Fototour
Teufelstisch - Sandsteingelsen - Altschloßfelsen


Am nächsten Morgen war der Himmel blau und die Sonne kam so langsam über den Berg. Mein Fotofreund Yakup war früh da und er hatte frische Brötchen mitgebracht. Beim Frühstück besprachen wir den Tag, was wir sehen und fotografieren wollten. Das hauptsächliche Ziel war der Altschlossfelsen an der deutsch-französischen Grenze. Als Grand Canyon der Pfalz wird er deshalb bezeichnet, weil die Felsen bei einem niedrigen Sonnenstand zu leuchten beginnen. Ein ganz bestimmter Felsen leuchtet dann besonders intensiv. Diesen kannten wir aus dem Internet und Prospekten. Das wollten wir natürlich auch sehen und fotografieren.


 

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Lagebesprechung bei einem guten Frühstück vor der anstrengenden Wanderung.

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Wandern zum Teufelstisch

Meine Fotoausrüstung hatte ich am Vortag ja schon gepackt. Eine Jacke gegen Wind und Regen sowie eine Flasche Wasser verstaute ich noch im Rucksack. Statt eines Statives nahm ich meine Wanderstöcke mit, auch wenn ich wusste, dass sie beim Fotografieren schon mal etwas stören. Sie gaben mir aber mehr Sicherheit beim Laufen und waren rückwirkend betrachtet auch kräfteschonend. Da Yakup auch noch ein schweres Stativ dabei hatte, hatte er ganz schön zu buckeln. Das mache ich auf solchen Touren schon lange nicht mehr. Wir waren startklar und Yakup wollte zuerst hinauf zum Teufelstisch. Um Kräfte zu sparen gingen wir den zwar längeren aber auch weniger anstrengenden Weg direkt zum Teufelstisch. Die Farben des Buntsandsteins kamen im Morgenlicht besonders schön zur Geltung. Wir machten unsere Fotos, dann noch ein paar Handybilder für den Status und dann gingen wir den Berg wieder hinunter und auf der anderen Seite wieder hoch und folgten den Markierungen zum Altschlossfelsen.

Wandern zum Sandsteinfelsen

Der Weg ging wieder steil hinauf und machte nach ein paar 100 Metern eine Kurve. Rechts von uns lag ein Felsen, der etwas von Bäumen und Sträuchern verdeckt war. Ich entdeckte einen kleinen Pfad, den ich unbedingt hinauf wollte, um die Lage zu sondieren. Als ich ihn für fotografisch wertvoll betrachtet hatte, kam Yakup nach. In der Sonne erstrahlte der Felsen in einem leuchtenden Orange. Mit den frisch grünen Bäumen, dem gelben Ginster und dem Blau-Weißem Himmel war es richtig bunt dort. Kleine Waldeidechsen sonnten sich auf den Felsen, oder sie flitzten über den Sandstein und verschwanden in irgendwelchen Löchern im Felsen. Ich schaffte es einmal mit dem Weitwinkel ganz nah dran zu gehen, ohne dass die Eidechse die Flucht ergriff. Die durch Verwitterung entstandenen Sandsteinformationen sahen mit etwas Phantasie aus wie Sandstein-Tempelanlagen. Einige waren sogar bewohnt. Um einige Löcher waren weißliche Ränder, die wie weiß verputzt aussahen. Als ich mir das genauer anschaute entdeckte ich einen Käfer vor diesen Löchern. Allerdings sah der nicht mehr besonders lebendig aus. Eine dunkle Spalte im Felsen habe ich etwas genauer beleuchtet. Die Kameras sind heute so gut, dass sie schon fast als Nachtsichtgeräte benutzen kann. Mit meinem 14 mm Brennweite und einer etwas höheren ISO habe ich so viel Spielraum, dass ich auch aus freier Hand fotografieren konnte. Ich machte ein Panorama. Algen und Moose hatten das Gestein ganz grün verfärbt. Wir hatten uns eine ganze Zeit an dem Sandsteinfelsen aufgehalten, bevor es dann schließlich zu den Altschloßfelsen ging.

Wandern zum Altschlossfelsen

Es war von dort aus nun auch nicht mehr weit. Das Massiv des Sandsteinfelsens konnten wir rechts von uns sehen. Ein Wegweiser zum Altschloßfelsen zeigten uns den Weg nach links und es waren nur noch ca. 100 m bis dort hin. Zwischen den lichten Bäumen waren der Altschloßfelsen bereits zu sehen. Dass wir nahe an der französischen Grenze waren konnte man deutlich merken, denn immer mehr Menschen begrüßten uns mit einem << Bonjour >>
Wir mussten den Berg wieder hinauf. Man konnte die Felsen wie nebeneinander aufgereiht schon deutlich erkennen. Wir mussten über einige Wurzeln und an Steinen vorbei hinauf. Der Himmel hatte sich weiter zugezogen. Wir sondierten erst einmal die Lange und suchten den leuchtenden Felsen den wir mangels Sonne nicht fanden. Aber auch ohne Sonne war das Felsmassiv schon sehr beeindruckend. Es ist rings herum begehbar und an einer Stelle kann man auch hindurch klettern. Die dicke Wolke am Himmel nutzten wir für eine kleine Essenspause. Ich hatte so einen Durst und hatte mir viel zu wenig Wasser mitgenommen. Yakup hatte noch ein Apfel für mich, der sehr saftig war und wunderbar schmeckte. Und da ja Ostern war, haben wir ein paar Eier noch vertilgt. Danach machten wir uns wieder auf die Suche nach dem Felsen und unterhielten uns mit Passanten, die auch auf der Suche waren. Einen hatte ich schon in Verdacht, der es letztendlich auch war. Und wir hatten das Glück, dass die Sonne sich zeigte und den besagten Felsen zum leuchten brachte. Schnell machten wir ein paar Fotos. Und dann war die nächste Wolke da. Es  kamen nun weitere Fotografen, um das Schauspiel zu fotografieren. Sie stellten ihre Stative neben Yakups auf. Es ist an der Stelle nicht viel Platz, vielleicht zwei Meter. Mal gut, dass ich meine Bilder schon im Kasten hatte. Es hat ein wenig gedauert, bis die Sonne wieder zum Vorschein kam. So kam man mit den anderen Fotografen ins Gespräch. Sie waren auch das erste Mal dort und als Fotoclub unterwegs. Letztendlich zeigte sich die Sonne noch mal für einen kurzen Moment und sie bekamen ihre Fotos.

Der Rückweg

Als Fotografen findet man immer schwer ein Ende. Aber wir hatten noch ein paar Kilometer Rückweg, und wir wollten auch noch was essen gehen. Ich hatte mir Blasen gelaufenund versorgte diese erst noch mit Pflastern und zog mir noch frische Socken an. Danach ging es den Helmut-Kohl-Wanderweg nach Eppenbrunn zurück. Es wurde langsam dunkel. Der Weg war zunächst gut zu laufen, wurde dann aber auf den letzten Metern sehr steinig, denn den hatte man mit groben Schotter aufgefüllt. Meine Füße fanden das nicht ganz so lustig. Es war schon gegen 20.30 Uhr. Ob es irgendwo noch was zu Essen gab, überlegten wir? Wir schauten im Internet nach wo es noch was geben würde. Aber sehr weit laufen wollten wir auch nicht mehr. Wir kamen an einem Hotel mit Gastronomie vorbei, wo wir höflich nachfragten. Wir hatten Glück, dass uns der Koch noch eine leckere pfälzische Malzeit zauberte. Ich war vor allem aber durstig. Über den Tag hatte ich viel zu wenig getunken. Das erste Bier zischte richtig beim Trinken und ein zweites passte auch noch rein. Nach dem Essen war es nicht mehr weit bis zu unserer Unterkunft.

Insgesamt waren wir 11,5 Km mit schwerem Gepäck gelaufen und am Ende richtig geschafft. Wir waren uns aber einig, dass wir mit dem Wetter so richtig viel Glück gehabt haben, vor allem weil es am nächsten Tag in Regenwetter umschlug. Unsere Füße fanden das toll, da sie nicht mehr so viel laufen mussten. Bei gutem Wetter hätten sie Pech gehabt.