Aurora Borrealis – Bildbearbeitung


Ich bekomme immer wieder die Frage gestellt: "Sehen die Polarlichter in Natura wirklich so aus wie gezeigt?" Ja und Nein! 
Ich versuche in der Bildbearbeitung immer eine Ballance zwischen meinen Erinnerungen, möglicher Bildbearbeitung und realem Aussehen zu finden. Ich fotografiere grundsätzlich nur im RAW-Format im Adobe RGB Farbraum. Die Kamera zeichnet die Bilder nach meinen Belichtungseinstellungen in maximaler Qualität auf.


 

GRUNDSÄTZLICHES

Die Ergebnisse im RAW-Fromat wirken immer ein wenig flau und wie mit einem leichten Grauschleier versehen. Aber es steckt viel Power in den Bildinformationen. Ich benutze einen kalibrierten Monitor. Das ist schon mal eine gute Grundlage zur Beurteilung der Bilder. Das heißt aber auch, dass das gleiche Bild auf anderen Ausgabereräten (TV, Monitoren, Beamer) oder auf Printausgaben ganz anders aussehen wird. Die Einstellung von Helligkeit, Farbe und Kontrast haben großen Einfluss auf das Ergebnis. Im Ausdruck spielen dann noch ganz andere Faktoren wie Material oder Papierfarbe eine Rolle. Um da perfekte Ergebnisse zu erzielen bieten gute Unternehmen im Bereich Print/Druck sogenannte ICC Profile an, die auf die Printmaterialien abgestimmt sind. Bildbearbeitung ist immer eine Sache des persönlichen Farbempfindens und des Geschmacks.

Beispielbild für eine Bildbearbeitung

RAW
Bild
Vorher
Nachher
Vom RAW zum fertigen Bild

Ich arbeite jetzt seit der ersten Stunde mit Lightroom Classic (LRc) und seit über 30 Jahren mit Photoshop (PS). Lightroom beinhaltet ein gewaltiges Tool für die Datenverwaltung. Nachdem ich meine Bilder nafänglich teilweise manuell umbenannt und damit viel Zeit verplempert habe, war ich darüber glücklich, wie einfach es in Lightroom wurde. Dateien umbenennen, sie zu verstichworten oder in Sammlungen vorzusortieren war eine große Hilfe. Ich fotografiere grundsätzlich nur im RAW-Format, um mein Datenvolumen so gering wie möglich, dennoch aber ein Maximum an Qualität behalte. Aus dem RAW kann ich in später wie benötigt in jegliches Format konvertieren und exportieren.
Die Bildbearbeitung ist die Essenz jeden Raw-Bildes. Lightroom und Photoshop benutzen den gleichen RAW-Konverter und können dort bearbeitet werden. Ich mache so viel es geht in Lightroom und verfeinere es anschließend noch in Photoshop. Die Einstellungen in Lightroom lassen sich auf ähnliche Bilder über eine Synchronisation schnell anwenden.

Nun aber zum Beispielbild:

Das Bild habe ich in Finnland mit der Canon EOS 5D MK II und als Optik 16-35 mm, f2.8 fotografiert.
Belichtungswerte: 24mm / f 2.8 / 24 Sek. / ISO 1000

Image

Zunächst mache ich es mir recht einfach und klicke zuerst das Automatik-Button an. Das Bild wird nach Ansicht von Adobe optimal angepasst. Meist aber bin ich anderer Meinung und justiere nach. Den Weißabglecih habe ich wie bei der Aufnahme gelassen, die Belichtung leicht hoch gesetzt. Den Kontrast habe ich wieder so belassen, die Lichter habe ich auf -100 gesetzt und die Tiefen nur so weit hoch gezogen, dass das Rauschen nicht so stark in den Vordergrund tritt. Mit Zugabe von Weiß fangen die hellen Farben an zu leuchten und mit Schwarz bekommen die dunkelen Farben mehr Tiefe.
Mit <Struktur> bringe ich die Sterne zum Leuchten und arbeite Strukturen damit feiner heraus. Die Klarheit bewirkt eine Kräftigung der Farben und Strukturen. Aber aufgepasst! Die <Klarheit> wie auch <Dunst entfernen> verstärken das Bildrauschen und farblich wird das Bild blaustichig. Die <Sättigung> und <Dynamik> lasse ich wieder so wie sie sind. Im RAW-Format habe ich auch die Möglichkeit das Bild zu entrauschen. LRc hat mittlerweile ein ganz gutes Tool dafür. Dieser Schritt muss erledigt sein, bevor man das Bild zu Photoshop übergibt, weil es je nach Einstellung als Tiff oder JPG nach Lrc zurückimportiert wird, und das Entrauschen in diesen Formaten danach nicht mehr möglich ist.
Alle Bearbeitungsschritte sind nicht destruktiv und können jederzeit rückgängig oder nachjustiert werden. Erst wenn ich es als neue Datei exportiert habe, sind die Bearbeitungsschritte verankert.